Diskussion um die Quartärstratigraphie von Neumark-Nord beendet
Am 9. und 10. März 2010 fand am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) in Halle ein Arbeitstreffen zum Thema „Paläoumwelt, Geochronologie und Archäologie der Fundstelle Neumark-Nord“ statt. Zu dieser Veranstaltung geladen hatte das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz (RGZM) (S. Gaudzinski-Windheuser, W. Roebroeks), das die wissenschaftliche Bearbeitung der Paläolith-Fundstelle Neumark-Nord (Becken NN2) seit 2006 gemeinsam mit dem LDA leitet. In die geologisch-paläontologische Bearbeitung des Aufschlusses ist seit 2003 auch eine vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt koordinierte Arbeitsgruppe (S. Wansa) involviert. Ziel des Treffens war ein umfassender Austausch und eine breite Diskussion der vielfältigen neuen Untersuchungsergebnisse. (..)
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Die nächste Sitzung unserer Subkommission wird am 23. und 24. September 2010 in Wiesbaden stattfinden. Das Treffen wird zwei halbe Tage umfassen und am Donnerstag um 12:30 Uhr beginnen. Am Freitag schließt sich eine Exkursion zum Dyckerhoff-Steinbruch in Wiesbaden an. Hier können die tertiären Ablagerungen des Mainzer Beckens, quartäre fluviatile Sedimente mit den Mosbacher Sanden (vgl. im Litholex Haupt-Mosbach-Subformation) und Deckschichten mit Paläoböden diskutiert werden. Mosbach ist insbesondere auch für seine paläontologischen Funde überregional bekannt. Die Exkursion wird am Freitagmittag enden.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Sitzung wird wiederum das Lithostratigraphische Lexikon sein, so dass wir Sie ermuntern möchten, weitere Definitionen zu erstellen. Bei der kommenden Sitzung sollen vor allem Definitionsentwürfe aus dem Alpenvorland diskutiert werden.
IUGS E-BULLETIN (NO. 41, JULY 2009)
REDEFINITION OF THE BASE OF QUATERNARY SYSTEM/PERIOD, AND OF THE BASE OF THE PLEISTOCENE SERIES/EPOCH
The IUGS Executive Committee has ratified a request from the IUGS International Commission on Stratigraphy (ICS) regarding the definition of the base of Quaternary System/Period (and top of the Neogene System/Period), and redefinition of the base of the Pleistocene Series/Epoch (and top of the Pliocene Series/Epoch). The ICS submitted for IUGS ratification its recommendation that:
1) the base of the Pleistocene Series/Epoch be lowered such that the Pleistocene includes the Gelasian Stage/Age and its base is defined by the Monte San Nicola GSSP, which also defines the base of the Gelasian;
2) the base of the Quaternary System/Period, and thus the Neogene-Quaternary boundary, be formally defined by the Monte San Nicola GSSP and thus be coincident with the bases of the Pleistocene and Gelasian; and
3) with these definitions, the Gelasian Stage/Age be transferred from the Pliocene Series/Epoch to the Pleistocene.
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Die Subkommission Quartär (SKQ) ist Bestandteil der Deutschen Stratigraphischen Kommission (DSK), die dem Deutschen Nationalkomitee (DNK) angehört. Das DNK fungiert als Dachorganisation und ist in der International Union of Geological Sciences (IUGS) verankert. Die Arbeit der SKQ basiert auf der Satzung der DSK.
Die Subkommission Quartär beschäftigt sich insbesondere mit der stratigraphischen Einstufung von geologischen Bildungen sowie der Benennung und Beschreibung von stratigraphischen Einheiten auf dem Gebiet von Deutschland, die nicht älter als 2,6 Millionen Jahre sind.
Das Quartär ist durch zyklische Klimaschwankungen gekennzeichnet, d. h. durch den vielfachen Wechsel von Warm- und Kaltzeiten, verbunden mit ausgedehnten Inlandeisvergletscherungen auf der nördlichen Hemisphäre. Die Quartär-Stratigraphie ist hauptsächlich klimatisch begründet und widerspiegelt sich lückenlos in den Änderungen des Verhältnisses der Sauerstoffisotopen 18O/16O von Tiefseesedimenten, das wesentlich durch den Umfang der Gletschereisbindung von Meerwasser bestimmt wird. Einen allgemeinen Überblick über die Stratigraphie des Quartärs im globalen Rahmen geben GIBBARD & VAN KOLFSCHOTEN (2004) sowie für Deutschland LITT et al. (2005).
Im nördlichen Mitteleuropa erfolgt die Quartärgliederung vor allem durch die Ver-knüpfung paläontologisch charakterisierter limnischer oder mariner Warmzeit-Ablagerungen, fossiler Verwitterungsbildungen (Paläoböden), kaltzeitlicher Schotterkörper und Grundmoränen. Zunehmende Bedeutung erlangen absolute Altersbestimmungen. Die Korrelation der vielgliedrigen, aber meist lückenhaften terrestrischen Profile mit den kontinuierlichen Profilen aus dem marinen Bereich ist bisher nur für das Holozän und das Jungpleistozän gesichert.